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Geschichte des Spielmannswesens Der Ausdruck Spielmann und das sogenannte "Pfeiferrecht" lässt sich bis ins achte Jahrhundert zurückverfolgen. Dort war der Spielmann im Mittelalter der sozial am niedrigsten stehende Musikant der weltlichen Musik. Der Stand der Spielleute reichte vom rechtlich gesicherten (in Zünften und Gilden), auch sesshaften Spielmann, bis zu den rechtlosen fahrenden die als "Unehrlich" (der bürgerlichen Ehrenrechte enthoben) galten. Die "farenden Lüte" schlossen sich ihrerseits zu Brüderschaften zusammen, um den willkürlichen Repressalien durch die Zünftigen begegnen zu können. Sie standen unter dem Schutz einflussreicher Persönlichkeiten, sogenannter "Spielgrafen und Pfeiferkönige".
Historisch gesehen haben die fahrenden Spielleute große Bedeutung für den Austausch kultureller Güter in Europa. Sie verbreiteten auf Ihren weiten Reisen neben interessanten Neuigkeiten auch viele Lieder, die den heutigen Volksliedschatz bereichern. Aufzeichnungen aus dem 13. Jahrhundert ist zu entnehmen, dass Flöte und Trommel gemeinsam gespielt wurden (ein sog. Spyl). Horn-, Flöten- und Trompetensignale sind schon frühzeitig aus dem Militärwesen bekannt. Aufmärsche, Gefechts- und Alarmübungen wurden im Gleichschritt vorgenommen, unterstützt durch das spielen von Flöten und anderen Blasinstrumenten, sowie Trommelschlag. In der Zeit von 1933 bis 1945 wird das Spielmannswesen generell von der Nationalsozialistischen Partei für Ihre Selbstdarstellungs- und Propagandazwecke vereinnahmt. Der konzertante Bereich trat in den Hintergrund. Nach dem 2. Weltkrieg formierten sich im gesamten Bundesgebiet wieder freie Spielmannszüge ohne feste Verbandszugehörigkeit. Instrumente Ursprünglich gehören zu den Spielmannszügen ausschließlich Querflöten und Trommeln. Seit den Türkenkriegen werden auch die Lyra, das Becken und der Schellenbaum eingesetzt, weshalb man auch von "türkischer Musik" oder "Janitscharenmusik" spricht. Der Tambourstab tauchte in Deutschland erstmals um 1800 auf. Die vereinigten Trommler eines Regiments waren beim Zusammenspiel einem Regimentstambour unterstellt. Der klassische Spielmannszug begnügt sich mit diesen Instrumenten, wobei an Querpfeifen nur die Sopranflöten benutzt werden. Ein klassischer Spielmannszug mit erweitertem Flötensatz nutzt auch Diskant-, Alt- und Tenorflöten. Auch ein erweitertes Schlagwerk mit zusätzlichen Schlaginstrumenten (große Trommeln, Pauken, Stabspiele etc.) kommt immer häufiger zum Einsatz. Wenn die Schlaginstrumente die Hauptrolle übernehmen bzw. alleinige Instrumente sind, wir der Verein >>Trommlercorps genannt. Jedoch zeigt sich eine deutliche Entwicklung. Immer mehr Spielmannszüge stellen Ihr Instrumentarium total um. Statt der alten Sandnerflöten werden Klappenflöten eingesetzt. Mit Querflöten und Piccoli werden ganz neue Klangfarben erreicht. Der traditionelle Spielmannszugklang ist dadurch stark erweitert worden. Auch Altquerflöten und Bassflöten werden zunehmend in den Orchestren eingesetzt. Ebenso sieht es im Schlagwerk aus. Die "Standardbesetzung" wurde gewaltig erweitert. Hinzu kommen nun Pauken, Drumset und erweitertes Schlagwerk (Cymbals, Guiro, Congas etc.). Die Stabspiele werden ergänzt durch Marimba, Xylophon oder Vibraphon. Musikrichtung Die typische Musik der Spielmannszüge ist die Musik in der Bewegung und somit, zwangsläufig, die Marschmusik. Grundlage für diese Art der Gebrauchsmusik ist die geschichtliche/historische Vergangenheit bzw. der Ursprung und die Entwicklung der "Spielleute-Musik". Mit den klassischen Instrumenten lässt sich diese Art von Musik besonders gut spielen. Immer mehr Spielmannszüge haben sich jedoch in den letzten Jahrzehnten dazu entschlossen, nicht mehr nur Märsche, volkstümliche Lieder oder Karnevalsmusik zu spielen. Sie entwickelten sich zu modernen "Flöten-Orchestern". Diese Gruppen spielen neben Arrangements aus dem Bereich Rock-, Pop- oder Musicals auch eigene Kompositionen, welche speziell für diese Gruppen gedacht und geschrieben wurden. Zugehörigkeit der Spielmannszüge Es gibt in Deutschland bei der Zugehörigkeit der Spielmannszüge regionale Unterschiede. Möglich sind viele Zugehörigkeiten; die gängigsten sind: - Feuerwehren (Kleidungsfarbe:blau)
- Schützenvereine (Kleidungsfarbe:grün)
- Karnevalsvereine
- Turnvereine (Kleidungsfarbe:grau/blau, blau/weiß oder nur weiß)
- Vereine die einem Spielleuteverband angehören
- selbständige Vereine
Von den angegeben Uniformfarben kann es Abweichungen geben; jedoch halten sich die meisten Züge an die traditionelle Farbskala. Die Spielmannszüge in Deutschland haben die Möglichkeit sich in Landesverbänden zu organisieren. Einige Bundesländer unterhalten sogar einen eigenen Spielmannszug (Landesspielleutekorps etc.), dessen Mitglieder sich aus Vereinen des jeweiligen Bundeslandes zusammensetzen bzw. rekrutieren. Dieses unter anderem mit dem Ziel und Zweck nicht nur ein Bundesland zu vertreten, sondern auch der professionellen Ausbildung an den einzelnen Instrumenten, welche dem Heimatverein zugute kommt. Für das Bundesland Nordrhein-Westfalen ist der Volksmusikerbund NRW sowie auch der LandesMusikVerband NRW von 1960 zuständig. Quelle:Wikipedia
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